Together. Not alone.

Vor einem halben Jahr wechselte die Geschäftsleitung. Wir fragen uns: Wo stehen wir jetzt Punleuk? Ein Gespräch mit unserem nicht mehr ganz so neuem Geschäftsführer.

Swiss Hockey: Punleuk, Du hattest im August letzten Jahres die Geschäftsleitung von Swiss Hockey übernommen. Was hatte Dich eigentlich dazu bewogen?

Punleuk: Als wir auf der letzten GV informiert worden, dass der Präsident, der Vizepräsident und der Generalsekretär geschlossen zurücktreten werden und nur Wochen später die Information kam, dass auch der Geschäftsführer zurücktritt war ich schockiert. Was das genau bedeutete, sagte mir damals Frank (Anmerkung der Red.: ehem. Präsident) – „naja, im Zweifel bedeutet dass, das wir den Verband nicht mehr brauchen, es keine Nationalmannschaft mehr gibt …“. Das war für mich der eigentliche Weckruf: eine der ältesten olympischen Disziplinen und die Schweiz steht ohne Nationalmannschaft dar? Das geht nicht, das kann und darf nicht sein. Besonders vor dem Hintergrund, dass viele der Kids & Junioren des HCH die Nati bewundern und der eine oder andere selbst davon träumt, teil der Nati zu sein … Den Verband und damit auch die Nationalmannschaft zu erhalten und den Traum der Kinder/Junioren weiterhin zu ermöglichen, das war meine wesentliche Motivation mich zu engagieren.

Swiss Hockey: Und heute, 6 Monate später – was denkst Du? War es eine gute Entscheidung?

Punleuk: Ja, ich freu mich sehr, dass ich hier helfen kann und darf. Swiss Hockey hat viele komplexe und vielschichtige miteinander zum Teil zusammenhängende Herausforderungen – ein Teufelskreis eigentlich. Swiss Hockey hat aber auch viele Assets, auf die wir aufbauen können und die Zukunft des Verbandes gestalten können. Den Teufelskreis zu durchbrechen und die Assets weiterauszubauen ist eine absolut reizvolle Aufgabe für jeden Unternehmer. Und ja, mit meinem nicht-hockey background habe ich noch viel zu lernen und zu verstehen.

Swiss Hockey: Teufelskreis … das hört sich nicht so toll an. Wo siehst Du denn die grössten Herausforderungen in diesem Teufelskreis?

Punleuk: Mit dem Swiss Hockey Team und mit dem neuen Vorstand konnten wir gemeinsam eine Standortbestimmung des Verbandes durchführen. Im Wesentlichen sehen wir hier drei Bereiche, die wir als Verband anpacken müssen: wir benötigen mehr Ressourcen, wir müssen populärer werden und wir sollten die Kultur eines respektvollen Miteinanders pflegen und ausbauen. Das Komplexe dabei ist: alle Bereiche hängen / beeinflussen sich gegenseitig. Auf der Präsidentenversammlung im November letzten Jahres konnten wir hier ein gemeinsames Verständnis schaffen und hatten darauf basierend unseren „Strategischen Rahmen“ definiert, welches der Vorstand auf der kommenden General Versammlung präsentieren wird.

Swiss Hockey: Ja, da sind wir dann mal alle gespannt darauf. Zurückblickend: was hat sich denn in den letzten 6 Monaten schon alles getan?

Punleuk: Die Fundamente für die Zukunft sicherzustellen, das war der Fokus der ersten 6 Monate. Im Wesentlichen sind es folgende Pfeiler, die wir gemeinsam anpacken konnten:

  • ein breiter aufgestelltes Team mit Michael als dezidierten Championship Direktor und Fabio als Schiedsrichter Verantwortlichen, um den Spielbetrieb zu gewährleisten und weiterzuentwickeln
  • ein neuen & erweiterten Vorstand, der hochmotiviert ist und Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Bereichen mitbringt
  • die Schaffung eines gemeinsamen Verständnis von allen Akteuren (Vorstand, Clubpräsidenten sowie der Geschäftsstelle) über das „wie weiter“, dass im Strategischem Rahmen ausgearbeitet worden ist
  • Begeisterung & Stolz in der Swiss Hockey Familie erneut zu entfachen, gerade mit dem Erfolg der U21 sowie dem Damen Team

Mit diesen ersten und wichtigen Fundamenten bin ich mir sicher, dass wir gut aufgestellt sind, um die nächsten kritischen Schritte erfolgreich angehen zu können.

Swiss Hockey: Das klingt nach einem Plan. Du hattest Deinen Pitch für die Geschäftsleitung unter dem Motto „Together. Not alone“ gestellt. Was genau meinst Du damit?

Punleuk: Nun ja, diesen Teufelskreis, in dem Swiss Hockey steckt zu durchbrechen ist wahrlich eine Mammutaufgabe und wird sich nicht von Heute auf Morgen lösen lassen. Es erfordert die Anstrengung von uns allen – Vorstand, Geschäftsstelle, Clubs, Mitglieder, SpielerInnen, Ehrenamtliche … nur wenn wir zusammen an einem Strang in der gleichen Richtung ziehen, können wir etwas bewegen. Es reflektiert den Leitspruch von Swiss Hockey: Omnes pro unum. Unum pro omnes.

Swiss Hockey: Wir hören und sehen immer wieder mal „One Team. One Dream.“ als Abbinder bei der einen oder anderen Kommunikation / Posts. Was ist denn Dein Traum?

Punleuk: Mein Traum ist der Traum von den meisten HochleistungssportlerInnen: einmal im Leben bei den olympischen Spielen dabei zu sein. Swiss Hockey hierbei helfen dies eines Tages wahr werden zu lassen ist mein grösster Antrieb.

Swiss Hockey: Da drücken wir Dir die Daumen, dass das auch eines Tages klappt. Danke Dir für das Gespräch Punleuk und weiterhin gutes Gelingen.