Von einem der auszog Fastplay aufzubauen

Er ist nicht nur Mr. Swiss Hockey der letzten 2 Dekaden, er ist auch Mr. Fastplay von Beginn an. Zeit mit Paul Schneider mal zu sprechen.

Swiss Hockey: Lieber Paul, alle reden von slow living, slow food, etc. – nur Du hast Fastplay aus dem Hut gezaubert. Warum?

Paul: Slow Food beinhaltet ja gutes Essen auch regional erhältlich … da wir Hockeyschläger in der Schweiz sicher nicht herstellen können, wollte ich gerne für die Schweizer Hockeywelt zumindest folgendes erreichen: Die Top Hockeymarken erhältlich in einem Schweizer Shop. Anschauen, Anfassen, Ausprobieren, Anprobieren …. Und es funktioniert und ich freue mich immer wieder, wie viele Kunden Fastplay auch deshalb von Anfang an unterstützen!

Swiss Hockey: Was hatte Dich dazu bewogen ein Sportgeschäft für eine absolute Randsportart (manche im Kt SZ behaupten sogar, dass Geissli-Rennen populärer wäre als Landhockey …) hier in der Schweiz aufzubauen?

Paul: Also erstens gefällt mir der Begriff «Randsportart» überhaupt nicht. Wir sollten unsere olympische Sportart nicht kleiner machen, als sie ist. Weltweit ist es doch die zweitgrösste Outdoor Mannschaftssportart nach Fussball. Schade, dass nur so wenige Schweizer sie kennen. Ich spreche gerne von Lifetimesport oder Leidenschaftssport – in der heutigen Zeit, in klarer Abgrenzung zu rein kommerziellen Sportarten, ist unsere Sportart wertschätzend und sehr emotional! Wer einmal Feuer gefangen hat bleibt oft dabei und kann sich einer weltweiten Community zugehörig fühlen. Und das ein Leben lang. Also weiter daran arbeiten, Landhockey als so tolle Sportart auch in der Schweiz populärer zu machen. Und dann noch die Antwort auf deine Frage: Ich wollte als Nationaltrainer und später als Chef Leistungssport allen Spielern und Vereinen die Möglichkeit geben, Top Hockey Material auch in der Schweiz zu erwerben. Und weiter wollte ich immer schon unsere Auswahlspieler unterstützen, damit sie sich möglichst günstig gutes Hockeymaterial der wichtigen Hockeymarken leisten können. Daher sponsert Fastplay von Anfang an und bis heute durchgehend mehr als 20 Nationalspieler und gibt allen Auswahlspielern spezielle Vergünstigungen.

Swiss Hockey: Verstehe, das ist natürlich sehr toll. Jetzt hat sich Fastplay über 20 Jahre erfolgreich geschlagen. Hättest Du damals je daran gedacht, dass Du heute 20jähriges feierst mit Fastplay?

Paul: Natürlich habe ich bei der Gründung von Fastplay überhaupt nicht an so etwas gedacht. Damals verstarb der Inhaber des Sportgeschäftes Fähndrich Sport in Horw sehr plötzlich. Da ich neben meiner Ausbildung als Sportlehrer und Hockeytrainer auch noch eine kaufmännische Ausbildung hatte, fand ich es spannend, mein Wissen aus beiden Bereichen hier einbringen zu können. Daher habe ich den Nachlass von Fähndrich Sport übernommen und Fastplay gegründet.

Swiss Hockey: Was denkst Du sind die Gründe für den Erfolg von Fastplay?

Paul: Der Erfolg von Fastplay beruht sicherlich in erster Linie darauf, dass wir immer am Puls der Spieler sind. Durch die ständige Zusammenarbeit mit Trainern und Nationalspielern wissen wir, welches Material momentan besonders im Fokus steht. Davon profitieren natürlich alle Spieler und Clubs, die mit uns zusammen arbeiten. Und unsere Preise für Top Marken sind bei Hockeyschläger, Hockeyschuhe etc. oft günstiger als im Ausland. Es lohnt sich also immer, bei Fastplay hereinzuschauen, bevor man im Ausland bestellt und dann von zusätzlichen Zoll-, Mehrwertsteuer- und Transportkosten überrascht wird.

Swiss Hockey: Und was waren Deine grössten Herausforderungen mit Fastplay?

Paul: Die grösste Herausforderung war sicherlich, die nötige Zeit zu finden, neben meinen anderen Hockey-Jobs alle Kunden auch zeitnah bedienen zu können.

Swiss Hockey: Hattest Du jemals daran gedacht es aufzugeben?

Paul: In den ganzen 20 Jahren nie. Es hat mir immer viel Spass bereitet. Die Kontakte zu meinen Mitarbeitern, Spielern, Kunden und Vereinen hat mir immer positive Energie gegeben! Wichtige Voraussetzung dafür war sicherlich auch, dass Fastplay selbst in der Corona Zeit nie rote Zahlen geschrieben habt.

Swiss Hockey: Nun wissen wir ja alle, dass Fastplay nicht nur Dein einziges Baby war. Stichworte hier: Swiss Hockey, Familie, Golfen, …. Wie hast Du es geschafft alles unter einem Hut zu bringen? Was hat Dich angetrieben?

Paul: Ich habe es sehr geschätzt, keine eintönigen Arbeitstage zu haben. Und die vielen Synergien zu meinen unterschiedlichen Arbeitsbereichen (und zu meiner Familie) nutzen zu können. Ja eben – Hockey war immer ein verbindendes Element. Golf kam dann fast automatisch vor ein paar Jahren dazu. Ein schönes Hobby, dass ich vor allem mit meiner Ehefrau Beate und auch mit allen weiteren Familienmitgliedern ausüben kann.

Swiss Hockey: Zum Februar diesen Jahres übernehmen nun Dominik Rutishauser und Ralph Heidemann Fastplay aus Deinen Händen. Was ist Deine Vision für FP? Was rätst Du beiden, damit FP auch noch das 50jährige feiern kann?

Paul: Ich freue mich sehr, mit Dominik und Ralph zwei Käufer gefunden zu haben, die erstens im Kanton Luzern wohnen, und zweitens in der Schweizer Hockeywelt tief verwurzelt sind. Meine Vision wäre, dass die Mitgliederzahlen von Swiss Hockey in den nächsten Jahren stetig ansteigen, und dadurch automatisch auch Fastplay von vielen neuen zufriedenen Kunden profitieren kann. Sicher sollten sie auf das Bestehende aufbauen, aber auch neue kreative Ideen einfliessen lassen. Dann sehe ich die weitere Entwicklung sicherlich positiv.

Swiss Hockey: Von verschiedenen Quellen (die gerne anonym bleiben wollen …) hören wir, dass Du jetzt ganz und gar in zwei Sachen aufgehst: Als „Grosi“ und auf dem Golfplatz. Womit können wir demnächst am ehesten von Dir rechnen: einem Golfshop für Hockeyspieler oder dem Aufbau eines Verbandes für Grosis?

Paul: Unser Wohnzimmer ist perfekt zum Hockeyfeld umgerüstet. Momentan reicht es noch für 3 Enkelkinder … für die weitere Zukunft muss man dann schauen. Da bin ich selber gespannt. Und was ich mir wünsche, ist mein Netzwerk und die Kontakte zu ehemaligen Spielern und Funktionären aktiv zu halten, um auch in Zukunft in den vielen schönen Erinnerungen meines erfüllten Hockeylebens schwelgen zu können.

Swiss Hockey: Danke Dir vielmals Paul und wir wünschen Dir viel Zufriedenheit in allem was Du sonst noch anpackst oder auch sein lässt … 🙂