Eine spontane Entscheidung

FIH Hockey Men’s Junior World Cup Tamil Nadu 2025, unsere spontane Reise nach Chennai und Madurai, ein fantastisches Erlebnis mehr, das wir erleben durften, im Zusammenhang mit einem Hockey-Event.

Das ganze begann mit einem Telefonat mit Punleuk, als er mich anfragte, ob ich Lust und Zeit hätte für ein Fotoshooting mit dem U21 Team und dem Staff. Das Team war in einer intensiven Vorbereitung auf den FIH Hockey Men’s Junior World Cup Tamil Nadu 2025. Und es kam, wie es kommen musste, im Gespräch mit Punleuk entwickelte sich aus dem Fotoshooting ein Fotoeinsatz in Indien. Praktisch über Nacht haben wir uns dazu entschieden und die Vorbereitungen gestartet, Flüge gebucht, Visa, Impfungen usw., denn es blieb uns nicht mehr viel Zeit.

Über viele Jahre hatten wir mit unseren 3 Töchtern und dem Sohn unzählige Hockeyreisen (mit HC RWW und den Nationalmannschaften) von Südafrika bis Weissrussland begleitet und fotografiert. Aber Indien war nun doch noch eine andere “Schuhnummer”. Einerseits faszinierend und andererseits auch mit Vorbehalten behaftet. Aber schon beim Fotoshooting haben wir das Team in unser Herz geschlossen und wir freuten uns auf dieses Abenteuer.

Fotografieren ist ein ausgeprägtes Hobby von mir, heute sind aber immer mehr Videos gefragt.  Also habe ich noch einen tägigen Videokurs besucht ;-). Nun waren wir auf alles vorbereitet und es konnte losgehen.

Angekommen in Chennai fühlten wir uns in einer anderen Welt. Unsere Sorge, die vielen Koffer mit der Fotoausrüstung sicher ins Hotel zu bringen, hat man uns schnell genommen nach dem Motto, lasst uns (viele Inder, die um uns herum standen) das machen und steht zur Seite. Wir sind ein paar Tage vor dem Team angereist und haben uns auch im Teamhotel einquartiert. Wir wollten die Stadt noch etwas erkunden und haben dies auch, wie immer, zu Fuss versucht. Es war eine schlechte Idee, die wir nach einem zweiten Versuch eingestellt haben. Taugliche Verkehrsmittel sind nur TukTuk oder Taxis.

Zum Thema Verkehr, die wichtigsten Voraussetzungen sind eine funktionierende Hupe, gute Bremsen und ausweichen können, denn es gilt, wer hinten fährt, ist verantwortlich, dass es zu keinem Crash kommt. Wir haben keinen gesehen, obwohl wir viel unterwegs waren.

Wir wollten natürlich auch das Stadion sehen und haben uns entschieden, die Fahrt mit einem TukTuk zu unternehmen. Dort angekommen, sagte der Fahrer, dass er auf uns warte. Auch unser Argument, dass es zwei Stunden dauern könnte, hielt ihn nicht davon ab. Warum? Warten ist ein wichtiger Teil seines Tagesablaufes und ein sicherer Kunde ist in Aussicht. Er wurde unser privater TukTuk-Fahrer, der immer vor dem Hotel wartete ;-).

Beim Stadion haben wir intensivste Bauarbeiten festgestellt und wir fragten uns, ob das wirklich alles fertig wird bis zum Start. Es wurde fertig und wie!! Unglaublich oder fast unvorstellbar, der Aufwand der betrieben wurde. Bereits bei unserem ersten Besuch im Stadion haben wir viele hilfsbereite Menschen kennengelernt. Ausserhalb des Stadions haben wir aber auf unseren Ausflügen, immer mit einem Führer, die unglaubliche Armut und das Elend in einer 10 Millionen-Stadt gesehen. Hier habe ich auf Fotos verzichtet, obwohl ich gerne, zurück in der Schweiz, dem einen oder anderen diese vor die Nase halten würde mit der Frage, mit welchen Sorgen beschäftigen wir uns denn…!

Beim Essen haben wir uns an alle guten Ratschläge aus der Schweiz gehalten, hatten dadurch nie Probleme und haben auf unserer Reise fantastisches Essen genossen. Für uns eher zu wenig scharf (im Gegensatz zum Team) und auch die Preise sind nicht zu vergleichen. Gerade im Teamhotel haben wir Personal erlebt, das meistens sehr zuvorkommend und hilfsbereit war. Schnell kannte man uns und wir wurden immer sehr herzlich empfangen. Es war für uns immer eine Freude, zu sehen, wie das Team empfangen wurde und wie sie verwöhnt wurden.

Das erste Spiel kam näher. Zugegeben, da stieg auch bei uns die Nervosität. Ein Top-Staff begleitete und führte das Team mit viel Umsicht und Professionalität an das wichtige Startspiel heran. Da war eine Einheit entstanden.

Was wir dann im Stadion erlebten, war einfach fantastisch. Zum Glück hatten Monika und ich nach stundenlangem hartnäckigen verhandeln und warten am Vortag, unsere Akkreditierung, die von der FIH zugesichert war, bereits erhalten und kamen so durch alle Polizeikontrollen aufs Spielfeld und konnten unsere Arbeit machen. Auch bei den Fotografen gab es klare Hierarchien und ich war da eher in der zweiten Reihe. Meine mir zur Verfügung stehende Fototechnik liess mich aber auch diese Hürde überwinden. Aber grundsätzlich haben wir auch hier viele liebe Leute kennengelernt, die immer hilfsbereit waren und sich auch sehr gerne fotografieren liessen. Hockeytechnisch waren Chennai und Madurai für uns einfach nur fantastisch und wir haben mit dem Team und dem Staff mitgelitten und mitgefiebert. Da konnten uns weder der Regen noch die Mücken abhalten oder uns die Freude nehmen.

SwissHockey hat aus unserer Sicht auf einer früher erarbeiteten, sehr guten Basis, eine erfolgversprechende Weiterentwicklung eingeleitet. Der einheitliche Auftritt der Nati, Punleuk mit seiner Netzwerkarbeit z.B. Swiss-Evening, Präsenz in der Presse, top Staff und neue Ideen tragen dazu bei.

Die mitgereisten Fans und Eltern sind für das Team enorm wichtig, auch das kennen wir aus eigener Erfahrung. Es gäbe noch so vieles zu berichten, aber eben ….. daher mein Tip, kommt das nächste Mal doch mit und erlebt es selber, es macht unglaublich Spass.

Jungs & Staff, herzlichen Dank für das tolle Erlebnis, das ihr uns mit eurem Einsatz ermöglicht habt. Die nächsten Termine haben wir uns sicherheitshalber einmal notiert.

Es grüssen Euch herzlichst, Fredi & Monika Wälti, Wettingen