Hallenhockey-EM Damen

Die beste Platzierung seit 2018 – oder: da wäre mehr drin gewesen … Die erfolgreichen Testspiele gegen Kroatien – zwischen Weihnachten und Silvester, während alle noch die „zwischen-den-Tagen-Woche“ genossen – gab unseren Swiss Hockey Damen Zuversicht für die Hallenhockey-EM in Prag: sie gehen da zwar nicht ganz als der underdog rein (diesmal waren es wohl die Teams aus Irland und Lithauen) aber unsere Damen standen Teams aus Deutschland (Titelverteidiger und -rekordhalter), Belgien und Österreich gegenüber – alles wieder klare Favoriten auf den diesjährigen Titel.

Und doch kam es anders: Die ersten 4 Minuten im ersten Gruppenspiel gegen Belgien waren ein absoluter Schocker – die Schweizer Nati lag mit 0:3 zurück. Und ja, verständlich, dass der eine oder andere Fan – vor Ort oder am live-stream – dachte: das war’s dann wohl (ok, zumindest dachte dies der Autor wohl so, aber er ist ja auch kein Hockey Experte … und schon gar nicht ein Hallenhockey-Guru 😉) … Doch unsere Damen zeigten was wirklich in ihnen steckte: Kampfgeist, Spielfreude und absoluter Wille nicht aufzugeben. Und wieder bestätigt es sich: wo ein Wille, da ein Tor. Und in diesem Falle sogar 3 davon. Am Ende mussten sie sich den Belgierinnen mit 3:4 geschlagen geben. Doch Sieger der Herzen waren unsere Damen nach diesem Fight allemal geworden.

Und als Sieger der Herzen traten unsere Damen auch ihr zweites Gruppenspiel an. Gegen Deutschland, dem grossen Kanton, dem Titelrekordhalter. Ein Gigant. Gegen den unsere Damen im Laufe des Spiels eine 4:2 Führung erkämpfen konnte. Das muss man sich mal bewusst machen: die Schweizer Damen Nati führte 4:2 gegen den haushohen Favoriten aus Deutschland. Das schockte nicht nur unsere Damen, sondern natürlich auch die Danas. Bis kurz vor Schluss schafften die Deutschen Damen daher nicht nur den Anschlusstreffer und den Ausgleich, sondern sorgten sogar noch für eine 5:4 Führung. Und hier kommt wieder etwas, dass die Schweizer Nati auszeichnet: Nervenstärke, Coolness und Abgebrühtheit (PS: Grüsse an Fabio Landtwing für das wohl GOATeste Tor der Hallen EM bei den Männern!). Denn mit der letzten Strafecke, nur Sekunden vor dem Abschlusspfiff, sicherten sich die Schweizer Damen den Ausgleich und somit den ersten Punkt. Der Gigant wankt, die Schweizer Nati reüssiert.

Mit soviel Epinephrin (der Volksmund kennt es besser auch als Adrenalin) im Blute traten unsere Damen in ihrem dritten Gruppenspiel gegen Irland an und ja, ein Sieg musste her. Gesagt, getan: die Schweizer Nati brachte das Spiel mit 5:1 deutlich nach Hause. Die nächsten 3 Punkte waren gesichert.

Als nächstes stand Österreich an. Der Vize-Weltmeister aus 2025, der Weltranglisten erste im Hallen Hockey. Das Spiel war kritisch – für beide Teams. Es entscheidet, wie die Final- und Platzierungsrunden ausschauen. Es entscheidet über den Verlauf des letzten Spieltages. Und wieder konnten unsere Schweizer Damen in Führung gehen. Und wieder erkämpfte sich das Team aus Österreich den Ausgleich. Trotz viel Kampfgeist auf beiden Seiten: am Ende stand ein 1:1 als Resultat fest. Für das Schweizer Team bedeutet dies in die Platzierungsrunden zu gehen.

Ob es wohl die Enttäuschung ist oder auch die harten und kraftraubenden Spiele – besonders gegen Deutschland und Österreich – waren, das Spiel gegen die Ukraine ging leider mit 3:5 verloren (zur Überraschung der Fans und hoffentlich nicht nur des Autors … aber wie gesagt: der hat ja keine Ahnung vom Hallenhockey 😊). Und so stand dann das letzte Spiel gegen Polen (Weltmeister 2025! Sic!!!) an. Doch auch hier: Überraschung, nicht die Weltmeisterinnen haben gewonnen, sondern unsere Damen Nati!!! Mit 4:3.

Am Ende kommt Eurohockey in seinem Post zu folgendem Statement: «7th place – Switzerland’s best epic finish since 2018!» Dem haben wir nichts mehr hinzuzufügen.

Aber vielleicht noch eine wichtige Anmerkung zum Schluss: neben dem Teamerfolg konnten sich auch Raffaela Triebold und Sofi Stomps feiern lassen – für Ihre 50 Caps. Herzliche Gratulation Euch beiden und wer mehr über Raffaela und Sofi lesen möchte: es hat ein Interview mit beiden in diesem Newsletter.