Hockey? Ein „family business“.

Bei den LSC Damen sind Livia, Morena und Neila nicht wegzudenken. Und Ihre Eltern ebenfalls nicht.

Hockey ist ein Sport, dass man oft über die Eltern (und diese wiederum durch ihre Eltern oder Grosseltern) kennen und lieben lernt. Und oft geht nicht nur der Bruder oder die Schwester spielen, sondern auch die anderen Geschwister. Doch das ein Damen Team an den Final4 in Servette zu 25% aus Geschwistern besteht – das ist mehr als nur eine Randnotiz wert. Toppen tut dies noch die Tatsache, dass der Vater der besagten Geschwister Sportchef des Clubs ist und wir sind uns auch sicher, dass die Mutter hier ebenfalls engagiert ist. Daher freuten wir uns sehr mit der Familie Stöckli vom LSC sprechen zu können, um zu verstehen wie das „Familienunternehmen Stöckli“ den LSC managed.

Swiss Hockey: Hallo Zusammen, vielen Dank dass Ihr Euch die Zeit für uns nehmt. Ihr spielt ja alle drei bei den NLA Damen des LSC. Wer spielt auf welcher Position von Euch?

Livia / Morena / Neila: Livia Sturm oder auch Mitte, Morena Mitte und Sturm, Naila Verteidiger.

Swiss Hockey: Wow, das ist wirklich eindrücklich auf allen Positionen Euch als Geschwister spielen zu sehen. Wie seid ihr überhaupt zum Landhockey gekommen? Was gefällt Euch daran? Was sind Eure Stärken? Und wo sind Eure individuellen Schwachpunkte?

Livia / Morena / Neila: eine Freundin von Livia lud sie zu einem Probetraining ein. Livia war von der Mannschaftssportart begeistert (vormals trainierte sie 3x die Woche Kunstturnen) und konnte ihre Passion fürs Landhockey auch uns Schwestern Morena und Naila weitergeben. Uns gefällt vor allem auch das heterogene Team, die vielen Möglichkeiten die Techniken herauszufinden und einfach spielen zu können. Und das Ballgefühl zu haben, macht das Ganze einzigartig.

Unsere Stärken sind unter anderem die Ballführung, Schusstechnik, Schnelligkeit und die Übersicht während des Spiels zu haben. Vor allem die Position in der Mitte verlangt eine gute Kondition und Übersicht, um zu wissen was um mich herum alles passiert und auch gelegentlich einen blinden Ball spielen zu können. Uns ist vor allem der Teamgeist wichtig und wir achten auf die Anderen im Team. Unsere Schwäche kann sein, dass wir im Spiel weniger mutig und nicht die „Lautestens“ sind.

Swiss Hockey: Kommunikation ist im Spiel wichtig. Versteht Ihr Euch als Geschwister intuitiver als mit anderen Mitspielerinnen? Woran kann man das festmachen?

Livia / Morena / Neila: Die Stimmung im Team und Spiel ist immer etwas anders, finden wir. Ein Vorteil, Geschwister im eigenen Team zu haben, ist zum Beispiel, dass auch nur ein Blickkontakt helfen kann, einander zu verstehen oder wir kennen die Laufwege der jeweiligen Schwester auswendig.

Swiss Hockey: Wenn eine von Euch im Spiel mal nicht so toll performt und immer wieder Fehler macht – wie reagiert ihr? Seid Ihr dann richtig sauer auf sie oder nehmt ihr sie in Schutz vor den anderen Mitspielerinnen? Verzeiht man der Schwester mehr Fehler als anderen Teamkameraden?

Livia / Morena / Neila: Untereinander helfen ist sicher wichtig und wir feuern uns auch gegenseitig an. Wenn ich zum Beispiel einen Fehler mache oder ein Fehlpass passiert, fragen wir uns gegenseitig, weshalb sie jetzt dorthin gepasst hat oder weshalb sie so reagiert hat. Dies hilft die Ausgangslage besser zu verstehen, bevor wir zu früh und unnötig urteilen. Dies gibt uns die Möglichkeit, gegenseitig Ratschläge und Feedbacks zu geben, welche wohlwollend gemeint sind.

Es ist schon so, dass wir uns einander in Schutz nehmen, wenn Mitspielerinnen uns nicht immer verstehen können. Ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl ist wichtig für eine gute Zusammenarbeit. Es fördert den offenen Austausch, steigert die Motivation und hilft uns, gemeinsam auch schwierige Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

Swiss Hockey: Claudi, Ramon, Eure drei Töchter bei den LSC Damen, Du im Vorstand – geht ohne Euch beim LSC etwas?

Claudia / Ramon: Ja und das darf es auch. Obwohl der LSC einen Grossteil unserer Zeit während der Woche und an den Wochenenden seit Jahren einnimmt, ist es für uns wichtig, gemeinsam Zeit auch ausserhalb des Trainings- und Spielkalender einzuplanen. Das kann im Winter zum Beispiel ein Skiwochenende oder im Sommer auch mal eine gemeinsame Radtour sein.

Swiss Hockey: Umgekehrt gefragt: ist der LSC der bestimmende Faktor in Eurem Leben? Richtet Ihr Eure Jahresplanung nach dem LSC Kalender?

Claudia / Ramon: Aufgrund der Passion zum Spiel, dem Teamgedanken, sowie der Zugehörigkeit zum Kader ist es wichtig, die Jahresplanung nach den beiden Kalender (LSC und Nationalmannschaft) zu richten. Das lässt dann nicht mehr viel Spielraum für unterjährige Familienevents, vor allem nicht für spontane Ausflüge. Aus diesem Grund freuen wir uns als Eltern jeweils auf ein Turnier ausserhalb der Innerschweiz, um dann die Girls zum Beispiel an den Final4 in Genf, an einem Auslandturnier in Den Haag, Ludwigshafen oder in Zagreb vor Ort tatkräftig zu unterstützen und anzufeuern. Dadurch durften wir bereits viele neue Ortschaften und Städte in Europa kennenlernen, welche wir ohne diesen Sport so bestimmt nicht kennengelernt hätten.

Swiss Hockey: Und woher kommt die Liebe zum Landhockey und zum LSC? Was treibt Euch an sich so für den Sport / den Verein einzusetzen?

Claudia / Ramon: Es ist schon speziell, wenn gleich alle Kinder dieselbe Sportart ausüben. Wir haben dies so nicht gesucht oder gepushed. In jüngeren Jahren gingen zwei Töchter ins Kunstturnen, während die Dritte Tennis spielte. Dass nun seit Jahren alle drei erfolgreich Landhockey spielen, macht uns als Eltern schon etwas stolz. Viel wichtiger für uns ist jedoch, dass die Töchter weiterhin gerne ins Training oder zu einem Spiel gehen und gesund bleiben.

Wir können ihnen mit unserem Engagement im Verein eine „Plattform“ bieten, welches ihnen erlaubt, ihrer Passion, dem Landhockey-Spielen, in einem geregelten Spielbetrieb nachzugehen. Speziell ist sicher auch, dass gleich alle drei Töchter in die Sportschule in Kriens aufgenommen wurden. Dies erlaubte es ihnen, den Fokus auf die Karte „Sport“ zu setzen und dadurch noch mehr Stunden auf dem dem Sportplatz zu verbringen. Diesen Lebensabschnitt werden die Girls nie vergessen und als Eltern sind wir sehr dankbar, dass sie diese Möglichkeit bekommen durften. Bei einer solchen Gelegenheit ist es uns selbstverständlich, dass man die Kinder unterstützen will und ist bereit, eine gewisse Verantwortung im Vereinsleben gerne zu übernehmen.

Swiss Hockey: Wenn noch etwas Zeit bleibt – was macht Ihr denn so in Eurer Freizeit sonst? Braucht Ihr einen Ausgleich zum „Landhockey“ / „LSC“?

Claudia / Ramon: Ausgleich ist immer gut. 🙂 Wir schätzen ein ruhiges Wochenende zu Hause in unserem Garten, kochen gemeinsam oder geniessen ein paar Tage in den Bündner Bergen. Die Girls sind nach einer strengen Woche oder Turnier froh, den Schläger auch mal in der Ecke stehen lassen zu dürfen.

Swiss Hockey: Mal den Schläger zur Seite legen ist sicherlich eine verdiente Wohltat. Wir bedanken uns bei Euch allen für das tolle Gespräch. Danke auch, dass Ihr als Familie dem Hockey so verbunden seid. Wir wünschen Euch weiterhin viel Freude bei Eurem „family business“.