Rob Mudde. Ein Leben für und mit Hockey.
Meet the People – Rob Mudde

Swiss Hockey: Lieber Rob, Danke dass Du Dir Zeit für uns genommen hast. Seit dem 1. Oktober diesen Jahres freuen wir uns Dich als Präsidenten von Swiss Hockey zu haben. Ein Engagement, dass mit grosser Verantwortung und viel Einsatz daher kommt. Was hat Dich dazu bewegt?
Rob: Hockey ist seit mehr als 50 Jahren meine liebste Sportart. Als wir vor gut vier Jahren in die Schweiz gezogen sind, haben wir uns zunächst vor allem auf den Outdoorsport konzentriert und all das genossen, was dieses wunderschöne Land zu bieten hat. Als einige Mitglieder des Vorstands zurücktraten, kam ich über meinen Bruder Erik mit meinem Vorgänger Frank Schneider in Kontakt. Er hat mir viel über Hockey in der Schweiz erzählt – über die Menschen, die Kultur und die Herausforderungen. Da meine ehrenamtlichen Vorstandstätigkeiten in den Niederlanden nach und nach weniger wurden, hatte ich große Lust und auch die Zeit, mich nun auch in der Schweiz zu engagieren. Es kam also eigentlich zum perfekten Zeitpunkt auf mich zu. Ich bin seit über 40 Jahren im Hockey aktiv: als Spieler, Trainer, Coach, in Kommissionen, Vorständen, als Schiedsrichter usw. Eigentlich habe ich nahezu jede ehrenamtliche Rolle ausgeübt – und das immer mit sehr viel Freude. So auch jetzt bei Swiss Hockey.
Swiss Hockey: Über 50 Jahre Deine liebste Sportart – wow. Könntest Du näher erläutern, wie Deine sportliche Karriere im Hockey war?
Rob: Ich habe über 30 Jahre selbst gespielt und ab meinem 15. Lebensjahr auch trainiert und gecoacht. Beim niederländischen Hockeyverband habe ich verschiedene Ausbildungen absolviert (bis einschließlich Niveau 3) und bin dem Training und Coaching immer treu geblieben. Später habe ich daraus sogar meinen Beruf gemacht – als Business Coach und strategischer Berater.
Gegen Anfang meiner 40er begann mein Körper jedoch deutlich zu protestieren, so dass ich aufgehört habe, um zumindest andere Sportarten weiter ausüben zu können, wie Radfahren, Wandern, (Touren-)Skifahren und Langlaufen. Und da ich immer recht kritisch gegenüber Schiedsrichtern war, wurde ich herausgefordert, selbst auf hohem Niveau zu pfeifen. Bis zur zweithöchsten Spielklasse habe ich Spiele geleitet. Das war anspruchsvoll und hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. In meiner Jugend habe ich in den Niederlanden das höchste Niveau erreicht, bis hin zu den Nationalmannschaftskadern U16 und U18. Der Schritt ganz nach oben ist mir jedoch nicht gelungen – dafür war ich nicht stark genug. Entsprechend habe ich keine „Caps“ für das große Oranje-Team.
Swiss Hockey: Wir sehen schon: Du hast im Hockey nichts ausgelassen … Und nun als Präsident von Swiss Hockey. Könntest Du uns mehr über Deine Ziele erzählen? Was möchtest Du mit dem Verband erreichen?
Rob: Hockey ist in der Schweiz eine kleine Sportart und nicht mit den Niederlanden vergleichbar. Daher bringe ich zwar meine Erfahrung ein, darf aber keine direkten Vergleiche ziehen.
Ich bin sehr zufrieden damit, wie wir als neuer Vorstand – gemeinsam mit einem ebenfalls neuen Managing Director – gestartet sind. Es ist ein sehr angenehmes Team, und wir ergänzen uns gut.
Unser erstes Ziel war es, uns gut kennenzulernen und ein echtes Team zu werden. Wir alle arbeiten ehrenamtlich, daher geht es uns auch stark um Freude an der Sache und darum, einen sinnvollen Beitrag zu leisten.
Das haben wir auch bei der ersten Präsidentenkonferenz deutlich gemacht. Wir haben bewusst mit einer intensiven Kennenlernphase begonnen, um die gegenseitigen Beziehungen zu stärken. Schließlich arbeiten wir alle am selben Ziel und haben die bestmöglichen Ambitionen für Swiss Hockey. An diesem Tag haben wir intensiv an der kommenden Periode gearbeitet. Dabei wurde deutlich, dass es eine gemeinsame Ambition gibt, Hockey in der Schweiz weiter wachsen zu lassen. Das beginnt bei der Jugend. Je mehr Spielerinnen und Spieler, desto mehr Freude und desto bessere Ergebnisse auf lange Sicht. Das ist jedoch nur möglich, wenn wir die Rahmenbedingungen auf ein höheres Niveau bringen. Dazu gehört mehr Finanzierung. Diese ist wiederum nur mit größerer Bekanntheit möglich – Kommunikation wird daher ein zentrales Schwerpunktthema sein.
Wir sind als neuer Vorstand fest davon überzeugt, dass wir diese Ziele erreichen können, wenn wir die Kräfte all der hockeybegeisterten Menschen (und das ist absolut positiv gemeint) in der Schweiz bündeln. Und wir haben wirklich große Lust, diese Aufgaben gemeinsam anzugehen.
Swiss Hockey: Ja das klingt alles sehr ambitioniert. Als «Neuer» in einer Position sieht man viele Dinge zum ersten Mal. Was ist Dein Eindruck? Was denkst Du: was läuft bereits gut? Was kann noch besser laufen?
Rob: Mein erster Eindruck ist äußerst positiv. Ich habe inzwischen mit sehr vielen Menschen gesprochen und mit allen Präsidenten individuell Kontakt gehabt. Durch die verschiedenen Meetings habe ich mir ein gutes Gesamtbild machen können. Alle wollen das Beste für Swiss Hockey. Ich habe sehr viele engagierte und ausgesprochen sympathische Menschen kennengelernt. Auch die U21-Weltmeisterschaft der Junioren nach Indien begleiten zu dürfen, war für mich eine großartige Erfahrung. Die Begegnungen mit den Spielern, den lokalen- und FIH-Offiziellen, dem hervorragenden Staff sowie den zahlreich anwesenden Eltern habe ich sehr genossen. Was für ein Zusammenhalt! Ich war wirklich sehr zufrieden damit, wie wir uns auf dieser globalen Bühne präsentiert haben. Darauf können wir alle gemeinsam stolz sein.
Natürlich gibt es auch Spannungen, und nicht alles läuft perfekt. Doch die lösungsorientierte Haltung spricht mich sehr an. Sich an weniger positiven Dingen aus der Vergangenheit festzuklammern, hat noch niemanden glücklich gemacht. Deshalb konzentrieren wir uns auf das, was bereits erreicht wurde, und arbeiten an den Ambitionen für die Zukunft.
Swiss Hockey: Ja, das ist eine wirklich hoffnungsvolle Sicht. Weihnachten naht unaufhaltsam, daher wollen wir wissen: Was steht auf Deinem Wunschzettel für Swiss Hockey an das Christkind?

Rob: Zunächst einmal danke ich allen, die dies lesen und bis zum Ende durchgehalten haben
Wenn man mich nach einem Weihnachtswunsch fragt, beginne ich bei allen Menschen, die sich für Swiss Hockey engagieren, sowie bei ihren Familien und Freunden. Neben einem wunderschönen Weihnachtsfest wünsche ich allen viel Liebe, Glück, Gesundheit und Erfolg für das Jahr 2026.
Für Swiss Hockey wünsche ich uns dasselbe – und dass wir weiterhin gemeinsam etwas Schönes aufbauen können: den Hockeysport in der Schweiz. Dass jedes Engagement wertgeschätzt wird und dass wir unsere Ziele in guter Harmonie und Zusammenarbeit miteinander erreichen.
Swiss Hockey: Danke Dir Rob. Wir sind uns sicher: das Christkind wird Deine Wünsche für die ganze Swiss Hockey Familie mit Wohlgefallen aufnehmen. Danke Dir nochmals und auch Dir und Deiner Familie ein besinnliches und frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.