Viva Colonia

Unterwegs mit der U14 Regio Ost aus der Elternperspektive sowie ein Spielbericht

Es ist wieder soweit. Ostern und der Regio-Cup sind vorbei. Pfingsten steht vor der Tür und damit das Pfingstturnier der U14 RegioAuswahl. West hat sich Paris vorgenommen, Zentral verschlägt es nach Frankfurt und die Regio Ost hat die altehrwürdige Domstadt auf dem Plan.

Ziel ist es ca. 36 SpielerInnen im (Vor-)Teenager Alter nach Köln zu bringen, damit sie ihre Fähigkeiten und das Erlernte gegen ausgewählte deutsche Teams unter Beweis stellen können, und anschliessend alle wieder sicher und gesund nach Hause zu bringen. Tönt nicht so kompliziert. Und das Wetter verspricht auch Sonnenschein pur. Wird sicherlich lustig für die Mädels und Jungs.

Am Freitag soll es losgehen. Davor müssen noch die Sachen für/mit dem jungen Mann gepackt werden. Gott sei Dank hat der Teammanager („Herby“) eine Packliste vorbereitet, an dem man sich orientieren kann. So last-minute was zusammenstellen – da kann schon mal was vergessen gehen … Ach ja und noch die ID und das Anmeldeformblatt ausfüllen, mit allen möglichen Informationen. Hm, pdf scheint nicht ausfüllbar zu sein … also ausdrucken, händisch ausfüllen, scannen und ab damit per email wieder zurück an Herby. Dann Sohnemann ins Bett bringen, damit er morgens früh rechtzeitig am Bahnhof ist. Wo ist nochmal der Fahrplan? Aber vorher mit dem Sohnemann noch schnell das Zelt auf- und abbauen üben, damit er es in Köln alleine schafft. Stellen fest, das Zelt wurde beim letzten Gebrauch von seinem älteren Bruder nicht gereinigt – also reinigen. Aufbauen, abbauen, einpacken. Isomatte oder Yogamatte? Isomatte gewinnt, da Yogamatte zu schwer. Jetzt aber ab ins Bett mit dem Sohnemann.

7 Uhr am Bahnhof, geschafft und das auch noch pünktlich und sogar Sohnemann 1 vorher noch zur KSA chauffiert. Die anderen Höfner sind noch nicht da, also noch schnell zum Bretzel-König das Frühstück für den Sohnemann sichern. Jetzt aber zum Gleis 3 sputen mit Sack und Pack.

Dort treffen wir dann die Teammanagerin der U14 Girls: Myrna – ebenfalls mit Sack und Pack und Tochter. Sie (also nicht die Tochter) hat die Reise organisiert für die RegioOst: Wer steigt wann wo wie dazu. Wer hat ab wo die Aufsicht. Welche Zug- /Busverbindung bis wo und wie umsteigen auf welche Plattform. Simple. Ach ja: auch noch sicherstellen, dass alle tatsächlich zum angegebenen Zeitpunkt am angegebenen Ort auch wirklich erscheinen – denn bekanntlich werden die Vorabinformationen von dem einen oder anderen nur halb zur Kenntnis genommen. Egal: trotz „einigen logistischen Herausforderungen“ haben am Ende dann doch alle ihr Plätzchen im Zug von Pfäffikon SZ/Olten/Zürich/Basel nach Köln gefunden. Und nach einer kurzweiligen Fahrt – zumindest für die Jungs und Mädels kurzweilig, für den einen oder anderen Betreuer und andere Fahrgäste war der Lärmpegel mal etwas höher als bei sonstigen Zugfahrten – erreichte die Gruppe auch schon die Domstadt. Nochmal schnell durchzählen, dass alle auch ausgestiegen sind (mit all ihren Sachen) und keiner verloren gegangen ist. Dann noch schnell das obligatorische Foto vor dem altehrwürdigen Gebäude der Stadt und danach heisst es ab auf den Zeltplatz – mit der Strassenbahn.

Hinkommen ist das eine. Zelte aufbauen für und mit mehr als 30 JuniorInnen ist dann noch ein nächstes Abenteuer. Und das bei mehr als 30 Grad am Nachmittag. Aber auch hier: die tatkräftige und umsichtige Unterstützung der mitgereisten Mamis und Papis wurde aus dem Zelten – naja, fast ein Glamping. Besonders das grosse blaue Gemeinschaftszelt mit der Schweizer Fahne machte Eindruck und zeigte jedem anderen Team auf dem Zeltplatz deutlich: hier logiert die Schweizer Delegation.

Bevor es zu Bett ging, wurde auch noch ein kurzes Testspiel angesetzt. Jungs gegen Mädels. Ein knappes 2:1 zeigt, wie stark unsere Mädels sind. Ach ja, dass die Jungs nicht ohne Coach in Köln antraten, verdankten sie Milan, einem ehemaligem Spieler von GC, der grad sein FSJ in Köln absolvierte und sich für Pfingsten als Ersatz Coach freiwillig gemeldet hatte. Der echte Coach der U14 Regio Ost Boys musste das Damen Team von RWW in Rom coachen (siehe Artikel „Aufstieg“).

Es wird also spannend, da Milan die Jungs nicht kennt und umgekehrt auch nicht.

Der erste Spieltag war daher auch mit voller Spannung erwartet worden. Die Erwartungshaltung (zumindest des GF): sich einigermassen achtbar schlagen und nicht doppelstellig verlieren. Doch es kam anders – die Mädchen legten vor und schlugen RW Köln mit 4:0 und ESV München mit 1:0. Auch gegen das starke Team aus Hannover konnten die Mädchen sich mit einem Unentschieden 1:1 behaupten. Für die Jungs waren somit die Leitplanken vorgegeben und sie machten es den Mädchen gleich: mit einem 4:0 gegen SW Köln 2 sowie einem 1:0 gegen den THC Braunschweig zeigten die Jungs ihr Können. Nach einem erfolgreichen Spieltag war der Abend dementsprechend ausgelassen und die eine oder andere Gesangseinlage begleitete nicht nur unsere SpielerInnen / Betreuer/Coaches in den Schlaf.

Nach dem erfolgreichen ersten Spieltag waren die Erwartungen für den zweiten Spieltag entsprechend hoch. Und die Mädchen lieferten: mit einem 1:0 Sieg gegen SW Köln und einer 0:1 Niederlage gegen MTV Braunschweig sicherten sich die Mädchen den Einzug ins Finale. Die Jungs eröffneten mit einem Unentschieden gegen DHC Hannover den zweiten Tag und mussten dann aber gegen spiel- und physisch starke Kölner (SWK 1) und Berliner (Rotation Prenzlauerberg) jeweils ein 0:2 hinnehmen; damit schafften sie den Einzug ins kleine Finale. Leider verloren sowohl die Mädchen als auch die Jungs ihre Finalspiele. Insgesamt aber hatten beide Teams eine sehr gute Leistung präsentiert, als Mannschaft gestärkt und gute Erfahrungen auf internationalem Niveau gesammelt.

Nach den Spielen hiess es dann die Zelte und Sachen einpacken, schnell zur Strassenbahn und den Zug nach Basel schaffen. Der Erfolg dieser Unternehmung „schadlose Rückreise“ zeigte sich auch darin, dass nur einer der Spieler sein Swiss Hockey Shirt verloren hatte – alle anderen konnten gesund und pünktlich ihren Eltern wieder übergeben worden.

„Die schönsten Tore waren die Lichtblicke, wo wir einfaches Hockey über viele Spielstationen gespielt hatten. Wir konnten über sehr lange Zeit gegen sehr gute Teams mithalten und sind nicht untergegangen.“ so dass Fazit von Herby, Team Manager der Jungs. „Alles in allem war es wirklich ein tolles langes Pfingstwochenende. Die gute Organisation der Gastgeber (SW Köln), das tolle Wetter (kein Regen, wie es an Pfingsten schon öfter vorgekommen ist), die gute Stimmung nicht nur im Schweizer Team, sondern auch das zusammen Abhängen mit den anderen deutschen Mannschaften macht dies zu einem Anlass, an dass sich unsere Mädels und Jungs gerne lange daran erinnern werde.“, ergänzt Myrna, Team Managerin der Mädchen.

Zurückblickend bleibt nur noch ein grosses Dankeschön an alle auszusprechen, die dieses Pfingstabenteuer ermöglich hatten:

  • Myrna Gunning – Team Managerin der Regio Ost U14 Girls
  • Herbert (Herby) Koller – Team Manager Regio Ost U14 Boys
  • Adrian Berger – Coach Regio Ost U14 Girls
  • Diana Berger – sie ist extra mit dem Auto nach Köln gefahren und hat die „bulky baggage“ für das Team mitgeschleppt
  • Ralf Korinth – hat sich ebenfalls freiwillig gemeldet, um der Schweizer Delegation als Schiedsrichter auszuhelfen
  • Milan Lohm – er hatte sich kurzfristig als Coach für die U14 Boys gemeldet und das Team vor Ort geleitet

Natürlich hätte man auch ein schönes und entspanntes Pfingstwochenende haben können. Ihr habt Euch aber dafür entschieden, den Mädels und Jungs eine tolle Erfahrung zu bieten. Im Namen aller Eltern und Junioren: Tausend Dank für Euer selbstloses Engagement.

Dieses Dankeschön geht selbstverständlich auch an alle HelferInnen der anderen U14 RegioTeams, die ebenfalls Ihre Freizeit für die JuniorInnen geopfert hatten.