President’s Corner

Liebe Freunde des Schweizer Hockeys,

Nachdem ich mit dem Spielen aufgehört hatte, ermutigte mich das Schiedsrichterkomitee meines Clubs LOHC (Leiden), ihre Ausbildung zum Umpire+ zu absolvieren. Das war eine echte Herausforderung, nicht zuletzt, weil ich als Spieler immer dachte, ich wüsste es besser. Vielleicht war das genau der Grund, warum sie wollten, dass ich die Verantwortung und die Schwierigkeit dieser Aufgabe selbst erlebe. Und am Ende begann es mir wirklich Freude zu bereiten. Schliesslich wurde ich sogar Schiedsrichter der ersten Damen und Herrenmannschaften meines Clubs in ihren Freundschaftsspielen, eine schöne Ehre. Bis heute pfeife ich, wann immer ich in den Niederlanden bin, noch immer für mein ehemaliges Team in dem Veteranen ‘Hoofdklasse’. Ich geniesse es nach wie vor. Und ich bin überzeugt: Freude ist etwas, das das Pfeifen immer bringen sollte. Doch wir wissen alle, dass dies nicht immer der Fall ist. Für Swiss Hockey besteht eine grosse Herausforderung: Wir müssen wieder an den Punkt kommen, an dem es sich gut anfühlt, die Pfeife in die Hand zu nehmen. Dafür sind mehrere Dinge entscheidend: Respekt und Anerkennung, Quantität und Qualität.

Beginnen wir mit dem Respekt. Hier gibt es eindeutig Verbesserungspotenzial. Beim Indoor-Final4 erlebte ich eine fantastische, laute und begeisterte Atmosphäre, aber auch eine grosse Anzahl negativer Reaktionen auf Schiedsrichterentscheide. Das hatte mich irritiert. So sollten wir nicht miteinander umgehen. Am meisten fiel mir auf, dass kaum jemand dieses Verhalten korrigierte: Eltern gegenüber ihren Kindern, Partner untereinander, Trainer gegenüber Spielern und umgekehrt oder Vereinsverantwortliche gegenüber allen Anwesenden. Auch am Spielfeldrand sind Eltern nicht immer das beste Vorbild für unsere Jugend. In meiner President’s Corner im Mai werde ich speziell über uns Eltern schreiben, also seid gespannt.
Für den Moment ist meine Botschaft klar: Der gegenseitige Respekt muss besser werden. Und das schaffen wir nur gemeinsam. Deshalb haben wir die Generalversammlung (GV) am vergangenen Samstag gebeten, dies als gemeinsame Herausforderung anzuerkennen. Die GV hat uns den Raum gegeben, sinnvolle Massnahmen zu entwickeln, die unsere Kultur und den gewünschten Respekt stärken. Zu Beginn der nächsten Saison werden wir Massnahmen lancieren sowie die Kommunikation in dieser Hinsicht fokussieren. Mit dem Engagement aller Clubs sollten wir die Anzahl der Schiedsrichter erhöhen können. Der Einstieg bei den Jugendlichen, die erneute oder intensivere Nutzung des Tools Drillster sowie der Fokus auf Respekt und Anerkennung werden uns helfen.

Und zuletzt: die Qualität. Wir Schiedsrichter sollten stets bestrebt sein, uns zu verbessern. Wir erhalten bereits ehrliches Feedback, lernen voneinander, besuchen Schulungen und analysieren Spielsituationen. Aber auch hier gibt es Raum für Verbesserungen. Gemeinsam, Vorstand, Geschäftsstelle und Schiedsrichterkommission, werden wir einen Plan erarbeiten, um diese Elemente strukturiert (wieder) einzuführen.

Wenn ihr Ideen habt oder etwas besprechen möchtet: meldet euch bei rob.mudde@swisshockey.org.

 

Herzliche Grüsse,
Rob Mudde